Armut auf den Straßen Kambodschas

Mittags in Angkor der Stadt des Weltwunders angekommen, buchten ich zusammen mit noch drei weiteren Engländern, die ich kennen gelernt hatte, ein 3 Tagesticket für die Tempel von Angkor Wat. Da wir den halben Tag voll auskosten wollten, bevor es 3 Tage zu den Tempel geht, leihten wir uns Fahrräder aus und fuhren durch die Stadt Angkor sowie durch die umliegenden Dörfer.

Es war ein gute Möglichkeit, Kambodscha wirklich kennen zu lernen, außerhalb des Tourismus. Doch die Eindrücke waren traurig und die Armut groß. Es machte ein ärmeren Eindruck wie Thailand, Vietnam oder sogar Laos. Armut war überall zu sehen, die Bevölkerung wohnt meist in provisorische und nicht vollendete Holz, Stroh oder Blechhütten. Kinder spielen mit Müll oder springen aus lebensmüde hohen Bäumen ins Wasser um Touristen zu beeindrucken und die Klamotten die sie an hatten, sahen eher danach aus, als ob sie diese schon seit Jahren tragen und nur ein Kleidungsstück besitzen. Bettelnde Kinder und Mienenopfer die Geld von einem wollen. Ja das ist doch ganz schön traurig, so etwas zu sehen vor allem dann, wenn man aus den Dörfern raus fährt und Richtung Stadt fährt und zum Teil 4 Sterne Hotels sieht, die von europäischen Investoren gebaut wurden, die sich daran bereichern, das Touristen zu den Tempeln reisen.

Die Bevölkerung verdient dabei nur daran, das sie an den Straßen den Touristen selbst gemalt, gebastelte Sachen verkaufen oder etwas zu trinken anbieten. Außerdem wurden immer häufiger Fälle bekannt, in denen arme Familien ihre Kinder an Menschenhändler verkauften, die den Mädchen gute und gut bezahlte Jobs versprachen und diese dann zur Prostitution zwingen, da anscheinend auch das trauriger weise ein Grund ist, weswegen Touristen Kambodscha besuchen. Dabei ist das keine Skrupellosigkeit, die Familien zu diesem Schritt veranlassen, sondern Unwissenheit, Not und Armut.

Kambodschas Straßen

Kambodschas Straßen

Kambodscha - Markt in Armut

Kambodscha – Markt in Armut

Doch nicht nur die Armut und Prostitution ist ein Problem. Durch den Vietnam Krieg haben die Amerikaner das Land regelrecht mit Mienen zugebombt. Öfters sieht man Kinder ohne Bein oder ältere Menschen die ihre Spuren vom Krieg ihr leben lang mit sich tragen.

So wie auch die Geschichte von Chhorn Na (der Junge auf dem Bild). Er ist der Sohn eines Reisbauern. Er war 6 Jahre alt, als er wie jeden Tag die Kühe seiner Familie auf die Weide trieb. Plötzlich gab es einen gewaltigen Knall. Chhorn Na fühlte einen schrecklichen Schmerz und verlor das Bewusstsein. Er war auf eine Mine getreten. Ein Nachbar hörte die Explosion und trug den Jungen nach Hause. Die Mutter brachte ihn ins Krankenhaus. Chhorn Nas linkes Bein musste knapp unter dem Knie amputiert werden.

Ein Onkel schnitt ihm einen Stock als Krücke zurecht. Geld für weitere Hilfe hatte die Familie nicht. Chhorn Na kroch auf Knien zur Schule, denn er wollte weiter lernen. Aber mit 12 Jahren war er immer noch in der ersten Klasse. Der Weg zur Schule war weit, und Chhorn Na musste auch mit einem Bein die Kühe hüten oder auf seine kleinen Geschwister aufpassen. Sechs Jahre lang lebte er auf Knien.

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