Da Lat – Eine Begegnung mit einem Mönch

Da Lat ist stolz auf seinen rebellischen Geist. Hier in der 1475m hohen Stadt herrschen keine tropischen, sondern kühle Temperaturen und auf den Feldern wachsen keine Reiskörner sondern Erdbeeren und Blumen.

Auf meiner Busfahrt von Nah Trang nach Da Lat lernte ich ein Mönch (Nugyen 28 Jahre) kennen der mir, da er nicht so gut Englisch konnte, einen Brief schrieb in der er fragte ob er mit mir als Tourist reisen könne, da er alleine und traurig sei.

Ich hatte etwas Skepsis da ich trauriger weise die meisten Menschen in Vietnam nur profitorientiert oder als Betrüger kennen lernte. Außerdem hatte ich die Erfahrung vom Vortag noch nicht ganz verarbeitet, also was tun? Ich schrieb noch eine weile mit ihm und dachte mir irgendwann „was soll’s ich probiere es noch mal, kann ja nichts schief gehen mit einem Mönch“.

Wir nahmen uns ein Zimmer und gingen dann essen. Ich steckte mir sicherheitshalber mein Taschenmesser für alle Fälle mal ein. Eigentlich fühle ich mich als Kickboxer / Thai Boxer recht sicher wenn ich unterwegs bin, aber ich dachte mir sicher ist sicher.

Er fragte mich was ich zu essen wolle, ich zeigte ihm auf der Karte mein Wunsch aber er bestellte für mich etwas komplett anderes, was mir schon sehr komisch vorkam. Er sagte mir ich solle das probieren also tat ich das auch, immerhin blieb mir keine Wahl übrig, jetzt wo das Essen schon vor mir stand und er kaum Englisch konnte. Wir aßen eine Art Suppe die eigentlich recht lecker aber nicht in meinem Budget war (der Preis für drei Mahlzeiten). Zu meiner Verwunderung zahlte er alles und wollte dafür auch kein Geld. Jetzt war ich völlig verwirrt!

Mittlerweile regnete es in Strömen. Wir gingen mit meinem Regenschirm die Straße entlang während auf dem Gehweg und auf den Straßen der Wasserstand mittlerweile schon fast 10 cm aufweisen konnte. Vom Gehweg sah man teilweise nichts mehr und dann passierte es…

Ich wusste gar nicht wie mir geschah als ich plötzlich 1 Meter tief im Wasser steckte. Die Straßen und Gehwege sind nicht gerade die besten in Da Lat. Auf meinem Weg war eine Gehwegplatte nicht vorhanden und so flog ich 1 Meter tief in ein darunter befindlichen Wasserkanal. Ich schlug mir mein Knie auf, holte mir ein paar blaue Flecken und war von oben bis unten nass aber das wichtigste war, das ich gerade noch so mein Rucksack retten konnte.

Wir besuchten das „verrückte Haus“ wo man in einer Giraffe oder einen Bienennetz schlafen kann. Das passte richtig zu meiner verrückten Situation, in der ich mich befand. Danach ging es in ein Tempel in dem mir Nugyen einiges in seinem schlechten Englisch über die Religion erklärt hatte.

Da Lat - Das verrückte Haus

Da Lat – Das verrückte Haus

Nach dem wir Abends noch einen Nachtmarkt und einen See besuchten gingen wir zurück ins Hotel wo wir via Google Übersetzer uns noch eine Weile unterhielten. Dabei erzählte er mir, das er von seiner Familie ausgestoßen wurde und sie ihn seit dem als Geist behandeln. Aus diesem Grund ist er in ein Kloster gegangen wo er jetzt lebt, aber irgendwie alleine und traurig. Er schenkte mir ein Buch über den Dalai Lama und ein Armband das mir Glück bringen soll. Schauen wir mal… 😉

Hier noch zwei Bilder von unsere Tour durch Da Lat.

Da Lat - Sonderbarer Tempel

Da Lat – Sonderbarer Tempel

Da Lat

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