Die ersten Eindrücke aus Marokko / Marrakesch

Marrakesch ist eine blühende Kultur Metropole, die man nicht verpassen sollte – hat man uns gesagt. Eine Stadt die durch Ihren Charme verzaubert – haben wir gelesen. Doch das was wir bei Ankunft zu Gesicht bekamen war alles andere als verzaubernd.

Als erfahrener Backpacker, sollte man meinen, dass man bereits alle Tricks von Abzocker kennt und dafür einen 7 Sinn entwickelt hat. Nicht so aber, wenn man nach Marokko reist. Gleich zur Begrüßung auf der Suche nach einem Bus, wurde uns von einem offiziellen Flughafen Mitarbeiter (der wohl sein Taschengeld aufbessern wollte) gesagt das keine Busse mehr fahren und wir ein Taxi nehmen müssten. Er zeigte uns auch gleich ein Taxi Fahrer, der versuchte, uns mit überteuerte Preise (das Dreifache) abzuzocken.
In der Altstadt angekommen (was dort Medina heißt), schlängelten wir uns durch das Labyrinth an kleinen Gassen, die dunkel waren, gestunken hatten und voll von Menschen und Mofas waren, die auf Touristen keine Acht gaben. Zudem war uns kalt und die Straßen waren gesäumt mit Dreck und Müll der auf dem Boden lag und die Stände an denen wir vorbeiliefen versetzten uns in eine Mischung aus Verwunderung, Eckel, Abneigung und Erstaunen.

Zu Gesicht bekamen wir immer wieder aufgeschlitzte Schweine die zum Verkauf angeboten wurden und zur Schau auf einem Hacken Richtung Straße aufgehängt wurden. Nichts also für schwache Nerven und für den ein oder anderen sicher der Moment zu überlegen, ob man nicht lieber doch Vegetarier wird.

Marokko Marrakesch Metzger
Die Suche nach unserem Hotel, das nicht ausgeschildert war, machte unsere Situation nicht wirklich besser und zu allem Übel versuchten uns Kinder bei der Suche zu helfen, um dann später 10€ zu verlangen. Doch ich hatte zum Glück vorgesorgt und mir eine Offline Karte von Marokko aufs Handy geladen, womit wir die uns mittlerweile begleitende Kinder getrost ignorieren konnten.

Im Hotel angekommen, lernten wir zwei nette Kanadier kennen, die so freundlich waren uns mit auf dem Markt zu nehmen, wo wir gemeinsam essen wollten. Wir begleiteten Sie also auf den mittelalterlichen Markt Djemaa el Fna der für seinen Anschlag am 28. April 2011 weltweit für Schlagzeilen sorgte. Im Arabischen heißt Djemaa el Fna übrigens „Versammlung der Toten“. Dort aßen wir also zu Abend an einem Stand, denn die Kanadier bereits kannten und für gut und günstig empfunden hatten.
Das Essen war gut, aber sicherlich nicht günstig. Für 18€ bekamen wir zwei Fladenbrote, ein paar Spieße Hühnchen, etwas Gemüse, eine Hand voll Pommes und Getränke und waren danach immer noch nicht satt.

marokko_marrakesch_essen_streetfood2-minWie konnten wir in einem afrikanischen Land nur für 18€ essen und dann immer noch nicht satt sein und wie kam der Preis zustande? Immerhin hieß es, das Essen in Marokko 1-5€ kostet?!

Wie war das noch mal? Marrakesch die blühende Kultur Metropole die uns mit Ihrem Charme verzaubert? Damit hatten wir nun wirklich nicht gerechnet.