Montserrat – Die Folgen eines Vulkanausbruchs

Nach dem wir auf Montserrat, mit der Fähre, angekommen waren, begrüßte uns unser Reiseführer recht herzlich. Seine Aufgabe war es uns zu den Stellen zu begleiten, wo der Vulkan am Soufrière Hill ausgebrochen war. Bevor es jedoch los ging, stärkten wir uns bei einem Glas Mango Saft und typischen Einheimischem Essen (zumindest der Reiseführer und ich 😉 ).

Übrigens, wer diesen Beitrag ließt, sollte vorher den vorigen Beitrag über den Vulkanausbruch lesen, dann versteht er genau was auf dieser Insel passiert ist.

Mit dem Geruch von Schwefelwasserstoff, der in der Luft wahrnehmbar war, begann unsere abenteuerliche Tour zu einem Ort, den wir uns noch nicht mal vorstellen konnten.

2/3 der Insel ist Sperrgebiet. Einzelne Bereiche jedoch können für ein gewisses Zeitfenster besucht werden. Welche das sind, erkennt man daran, dass diese in einzelne Zonen wie A, B, C eingeteilt sind.
In Zone A ist es möglich sich aufzuhalten, solange es keine Warnung der Regierung gibt. In dieser Zone sieht man unzählige schöne Villen, die zu einem Spottpreis verkauft werden und leer stehen. Aber auch ein von Asche bedeckter Golfplatz oder Häuser und eine Kirche sind in Zone A zu sehen, die durch den fruchtbaren (Lava-) Boden mit Pflanzen umsäumt sind. Es fällt einem schwer vorzustellen, das an diesem Ort mal ein Dorf stand bzw. immer noch steht.

Montserrat - Riesenechse

Montserrat – Riesenechse

Montserrat - umsäumtes Haus

Montserrat – umsäumtes Haus

Montserrat - Auf dem Weg zum Vulkan

Montserrat – Auf dem Weg zum Vulkan

Weiter machte uns unser Reiseführer auf ein Geräusch aufmerksam, das sich nach Eruptionsgeräusche anhörte. Wir bogen in eine Seitenstraße ein und erblickten für einen Elektroingenieur wie mich, etwas unglaubliches. Da wurde doch tatsächlich aus der Energie des Vulkan elektrische Energie erzeugt! So etwas hatten wir im Studium nie gelernt. Da staunte ich nicht schlecht.

Unsere Fahrt ging tiefer durch die Zone und so erreichten wird denn Randgebiet der alten Hauptstadt Plymouth, Zone B. Zone B ist der wirklich interessante Teil der Insel, doch dieser darf nur von morgens um 8 bis nachmittags um 18 Uhr und nur mit einer Erlaubnis besucht werden, weil danach diese Zone wieder geschlossen wird und kein Mensch hinein darf. Der Grund ist einfach, über Nacht kann eine Aschewolke vom Vulkan aus ins Tal ziehen, dabei unglaubliche Geschwindigkeiten hinlegen und aufs Neue alles verwüsten, was der Wolke im Weg steht. Das erübrigte somit meine Frage an den Reiseführer, wieso man die Stadt nicht einfach wieder aufbaut und die Häuser restauriert.

Was wir in Zone B erblickten, glich einer Geisterstadt, die bedeckt war mit grauer Asche. Eine Stadt ohne Menschenleben, leblos ohne Zukunft, geschaffen von der gewaltigen Mutternatur. Unfassbar was für Kräfte wirkten…

Montserrat - Geisterstadt

Montserrat – Geisterstadt

Wir gingen in ein leerstehendes Haus und Besuchten ein Hotel. Überall war sie zu sehen, grau Asche. Zentimeter dick auf dem Boden, auf den Wänden, Decken, in Schränken und Schubladen, überall.
Unheimlich und zugleich auch irgendwie faszinierend war der Anblick der verlassenen Gebäude, denn alles war noch genau so, wie sie verlassen wurden.
Küchengeräte und Utensilien in der Küche, im Wohnzimmer ein Bügeleisen, im Büro des Hotels Briefe und Rechnungen die auf dem Boden lagen. Dinge die liegen gelassen wurden als die Katastrophe hereinbrach.

Gänsehaut breitete sich aus. Die Angst der Menschen schien immer noch Gegenwärtig – ein unheimliches Gefühl der Ehrfurcht ließ uns erahnen was in den Tagen der Katastrophe an diesem Ort passierte…

Montserrat - Die Folgen des Vulkanausbruchs

Montserrat – Die Folgen des Vulkanausbruchs

Montserrat - Die Folgen des Vulkanausbruchs

Montserrat – Die Folgen des Vulkanausbruchs

Montserrat - Die Folgen des Vulkanausbruchs

Montserrat – Die Folgen des Vulkanausbruchs

Montserrat - Die Folgen des Vulkanausbruchs

Montserrat – Die Folgen des Vulkanausbruchs

Montserrat - Die Folgen des Vulkanausbruchs

Montserrat – Die Folgen des Vulkanausbruchs

Montserrat - Die Folgen des Vulkanausbruchs

Montserrat – Die Folgen des Vulkanausbruchs

Montserrat - Die Folgen des Vulkanausbruchs

Montserrat – Die Folgen des Vulkanausbruchs

Montserrat - Die Folgen des Vulkanausbruchs

Montserrat – Die Folgen des Vulkanausbruchs

Im Anschluss besuchten wir die neue Stadt, die gerade aus dem Nichts aufgebaut wird. Die Einwohner können nie sicher sein, ob schon morgen wieder der Vulkan ausbricht, doch trotz der Schicksalsschläge, schöpfen sie neue Hoffnung. Für uns eine beeindruckende Erinnerung…

Hier noch ein Video wie Montserrat aus der Luft aussieht

[youtube http://youtu.be/FVPo6EM3FKU]

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