Montserrat – Der Vulkanausbruch

Die Insel Montserrat, mit seinem aktivem Vulkan Soufrière Hills ist gerade einmal 1 Std. mit der Fähre von Antigua entfernt. Da wir in Antigua, nach St Kitts und Nevis, ziemlich spät landeten, bot sich für den nächsten Tag eine Tagestour nach Montserrat an.

Doch was ist so besonders an dieser Insel? Ehrlich gesagt weckte Christine mein Interesse an ihr, denn ein Großteil dieser Insel wurde durch eine Reihe von Ausbrüchen des Vulkans Soufrière Hills verwüstet. Zu Beginn ist zu erwähnen, das wir nicht bei dem Ausbruch dabei waren, ich es aber als wichtig empfinde, diesen Beitrag zu lesen, um zu verstehen, wie unser Empfinden auf Montserrat war und was wir gesehen haben.

Angefangen hatte alles im Jahr 1992, wo nach Jahrhunderten von Jahren erstmals Erdbebenschwärme eine Vulkanaktivität angekündigten.

1995 im Frühjahr kam es zu einer phreatischen Eruption, die mit zahlreichen weiteren, immer stärker werdenden, Eruptionen bis Ende Oktober folgten. Große Teile von Montserrat wurden am 21. August 1995 evakuiert. Ascheregen breitete sich über die Insel und vor allem über der Inselhauptstadt Plymouth aus.

Ab dem 14. November entstand auf dem Soufrière Hill Krater eine Lavakuppe (oder auch Lavadom genannt), mit aufsteigendem Magma. Immer wieder brachen einzelne Bereiche ab, wodurch das Lava ausströmen konnte und sogenannte pyroklastische Ströme entstanden, also Lava Asche Ströme, die mit einer Geschwindigkeit von über 100 Kilometer pro Stunde ins Tal jagten.
19 Farmer kamen durch den Vulkanausbruch ums Leben, da sie sich weigerten ihre Felder zu verlassen. Ein großer Schock für die ehemaligen 6.000 Einwohner der Insel. Die Folgen waren weitere Evakuierungen am 1. Januar 1996.

Am 17. September 1996 kurz vor Mitternacht folgte ein weiterer großer Vulkanausbruch, bei dem große Mengen von Bims- und Gesteinsbrocken eruptiert wurden. Fußballgroße Glutbroken zerstörten umliegende Häuser, doch wie ein Wunder, wurde niemand verletzt.

Soufrière Hills Vulkanausbruch

Soufrière Hills Vulkanausbruch

Am 8. Januar 2007 folgten starke Eruptionen vom Soufrière Hill die nach und nach Zunahmen. Warnstufe 4 wurde ausgerufen und Teile der Insel erneut gesperrt. Die Hauptstadt Plymouth wurde offiziell aufgegeben. 75 % der Bevölkerung waren evakuiert, vor allem deshalb weil es Spekulationen gab, die ganze Insel würde durch ein weiteren Vulkanausbruch explodieren. Die meisten Flüchtlinge verließen ihr Heim mit dem Gedanken, nie mehr ihr zu Hause zu sehen bzw. nie wieder zu kommen…

Über die Monate hinweg bildete der Vulkan einen neuen Lavadom, sodass am 25. Juni 1997 ein weiterer Ausbruch bisher nicht betroffene Gebiete im südlichen Teil der Insel erreichte.

Bis September 1997 wurden Große Teile der Insel / der Siedlungen komplett verwüstet, unter anderem auch der einzige Flughafen der Insel ebenso war Montserrat mit einer dicke Ascheschicht bedeckt.

Am 26. Dezember 1997 erfolgte ein immenser Vulkanausbruch, bei der ca. 42 Millionen m³ Lava weitere Teile südwestlich zerstörten. Nach einigen weiteren kleinen Ausbrüchen folgte der größte Ausbruch seit 1995 am 12./13. Juli 2003. Eine 15 km hohe Aschewolke sowie Explosionen von einer Maße von 210 Millionen m³ verwüstete das Gebiet ohnehin noch mehr. Die Menschen blieben zum Glück unbeschadet.

Die letzten Ausbrüche waren am 28. Juli 2008 sowie am 11. Februar 2010, wo Teile des Lavadoms zusammen brachen und wieder pyroklastischen Strömen bereits in die zerstörte Hauptstadt Plymouth und bis 400 m auf das offene Meer hinaus schleuderten.

Der Vulkan ist nach wie vor aktiv, wann und ob überhaupt er wieder ausbricht vermag kein Mensch zu sagen, doch trotz der Schicksalsschläge gibt es Hoffnung bei den Einheimischen. Eine neue Hauptstadt wird bereits wieder an einem anderen Ort auf der Insel aufgebaut.

Wer unsere Eindrücke vom Vulkanausbruch vor Ort erfahren möchte, der sollte auf den nächsten Beitrag warten.

Anbei noch einen recht interessanten Beitrag als Dokumentation über den Vulkanausbruch auf YouTube. 45. Sekunden vor dem Unglück.