Eine Nacht bei Einheimischen – Sa Pa das Dorf der Reis Bauer

Da ich von Sa Pa nur gutes hörte und man sagte diese Stadt gilt als berühmteste Attraktion in Nordwesten Vietnams, war mir klar, ich muss den Norden kennen lernen. Abends ging es mit dem Nachtzug von Hanoi nach Sa Pa. Ich buchte ein mittel Klasse Zug.

Als ich aber in den Zug stieg, traute ich meinen Augen nicht, der Zug sah aus wie ein Knast, überall liefen Kakerlaken rum und es roch modrig. Als ich dem Zugfahrer mein Ticket zeigte, sagte er zu meinem großen Glück, das ich im falschen Wagon sei, da dieser die dritte Klasse sei. Ich war verdammt froh, das ich mich für die Mittelklasse entschieden hatte und so wechselte ich den Wagon. Mein Nachtzug mit Bett war in der Mittelklasse recht gemütlich wenn da trotz allem nicht dieses Ungeziefer wäre…

Ich lag in einem Doppelbett, oben, und sah vor meinen Füßen wie eine Kakerlake an der Wand nach unten lief. Im ersten Moment dachte ich „no Problem“ sie läuft ja nach unten. 10 min später kam sie aber wieder an meine Kopfseite hoch. Ich versuchte sie zu töten doch sie war schneller also gab ich mich geschlagen und lies sie gewinnen. Ich widmete mich meinem Schlaf und sie ihren Weg durch unsere Kabine. 😉

Sa Pa - Nachtzug Mittelkasse

Sa Pa – Nachtzug Mittelkasse

Vom Bahnhof auf der Fahrt zum höchsten Berg Vietnams (Fan Si Pan (3143m)) und zur Stadt Sa Pa bekam ich eine Kostprobe von dem, was ich bald Haut nah erleben würde. Sa Pa schmiegt sich an einen Berghang und blickt auf ein tiefes Tal aus terrassenförmigen Reisfeldern. Es war morgens früh und die unglaublich schöne Landschaft war in Nebel und Wolken eingehüllt.

Sa Pa - Wolkendecke

Sa Pa – Wolkendecke

Oben angekommen begrüßten mich traditionell gekleidete Einheimische mit Reiskörben und Kinder die auf den Rücken gebunden waren. Zum Teil hatten Sie komische rote Punkte auf der Stirn und Striche am Hals. Später stellte sich raus das diese Punkte und Striche Ochsenblut war. Sie diente als Medizin gegen Krankheit, da sie sonst keine weitere Medizin anwandten.

Sa Pa - Einheimische mit Stierblut auf dem Kopf

Sa Pa – Einheimische mit Stierblut auf dem Kopf

Ich wurde einer Gruppe von 8 Leuten (Ferdinand, Mareike, Svenja aus Deutschland, Magdalena, Michau aus Polen und Helen und ihre Freundin aus Frankreich + Reiseleiterin (Mang – Einheimische)) eingeteilt. Auf unseren Weg durch die terrassenförmigen Reisfelder begleiteten uns ein Schwarm von einheimischen Frauen.

Der Anblick und die Atmosphäre die ich hier zu spüren und zu sehen bekam, kann man weder in Worten noch in Bilder fassen. Selbst wenn man die Bilder anschaut die ich geschossen hatte, kann es nie das zeigen was ich in den Momenten gesehen, gerochen, gehört und gefühlt hatte. Sa Pa war definitiv die schönsten Landschaft, die ich je in meinem Leben gesehen hatte!

Sa Pa - Atemberaubende Reisfelder

Sa Pa – Atemberaubende Reisfelder

Alle 2 Minuten war ich so fasziniert von der unvergesslichen Schönheit der terrassenförmigen Reisfeldern, das ich am liebsten jeden Moment festhalten wollte. Im Unterbewusstsein tat ich das auch und so kam es, dass ich nach zwei Tagen 200 neue Bilder auf meiner Kamera hatte.

Sa Pa - Atemberaubende Reisfelder

Sa Pa – Atemberaubende Reisfelder

Unsere Reise ging also in Begleitung der Einheimischen durch die Felder und Berge wo wir immer wieder durch Einheimische Dörfer vorbei kamen. Frauen versuchten ihre selbst genähten Geldbeutel, Taschen und Schmuck zu verkaufen während Kinder uns hinterher liefen und das selbe mit Armbänder versuchten.

In einem kleine Dorf tief in den Bergen zwischen den ganzen Reisfeldern fand ich für eine Nacht mein „zu Hause“. Ich übernachtete bei den Einheimischen im Dorf. Nach dem wir gegessen hatten verbrachten wir den Abend mit ihnen und tranken dabei Reiswein.

Es war wirklich ein schöner und unvergesslicher Abend. Ich verbrachte bis spät in die Nacht viel Zeit mit meiner Reiseleiterin Mang (nicht auf diesem Foto rechts) und lerne viel über ihre Kultur und über das „Reis anbauen“ kennen. Sie sagte mir, das sie noch nie außerhalb Sa Pa war, was mich irgendwie traurig machte. Ich war nun 4 Tage in Vietnam und sah mehr als sie in ihrem gesamten Leben!

Sa Pa - Einheimische

Sa Pa – Einheimische

Eine weitere schöne Erfahrung war es, das ich extra aus Deutschland Süßigkeiten (eigentlich auch Spielsachen die aber wegen dem Verschicken raus mussten) für die Einheimischen Kinder mitbrachte. Es war mir eine sehr große Freude den Kindern zu zuschauen, wie sie meine Süßigkeiten begutachteten, es dann vorsichtig entpackten und aßen. Nie wieder möchte ich ohne Süßigkeiten in ein fremdes Land reisen und diesen süßen Blick der Kinder missen. Dabei geht einem wirklich das Herz auf.

Sa Pa - Armes kleines Kind

Sa Pa – Armes kleines Kind

So nahe und intensiv werde ich wohl nicht mehr so schnell mit Einheimischen in Berührung kommen. Es war eine großartige Erfahrung die ich nie vergessen werde.

Sa Pa

Sa Pa

Damit endete meine Reise durch den Norden und ich hatte wieder eine weitere Aufgabe meiner To-Do-Liste erledigt. Die Aufgabe war es bei Einheimischen zu übernachten. Hier noch ein Bild wie sie dort gekocht haben.

Sa Pa - Übernachtung bei Einheimischen

Sa Pa – Übernachtung bei Einheimischen

Nach dem ich mich von Mang unsere Einheimische Reiseleiterin verabschiedete gab ich ihr Trinkgeld in der Hoffnung, dass sie damit bald mehr von Vietnam sieht…

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