Taman Negara – Nacht Safari / gefangen im Dschungel

Morgens um 5 ging es dann von Georgetown unverschämter Weise 16 Std. (10 Std. waren angegeben) nach Taman Negara, ein 4343 km² großer schattiger, feuchter und undurchdringlicher Dschungel und Nationalpark.

Eigentlich hatte ich vor im Dschungel zu schlafen aber es war schon zu spät eine geeignete Schlafstelle zu finden, also buchten wir eine Nachtsafari.

Gerechnet hatten wir mit einem bequemen Platz im Jeep, doch da hatten wir uns getäuscht. Uns holte zwar ein Jeep ab, aber nur einer, mit einer Ladefläche, worin bereits 8 Leute Platz nahmen und somit kein Platz mehr für uns war!? Unser Reiseführer sagte uns, auf dem Dach sei noch Platz, da dachte ich mir nur, „Ja das kann ja was werden“. 😉

Es bestand keine Garantie, dass wir in dieser Nacht überhaupt was zu sehen bekommen würden, da die Tiere sich gut verstecken und es vom Glück abhängig ist. Unsere Erwartungen waren aus diesem Grund bei null, doch wir bekamen einige zu sehen. Unser Reiseführer leuchtete beim durchfahren des Dschungels ständig die Gegend ab. Selbst die kleinste Schlange (Durchmesser 0,5 cm) und der kleinste Vogel (4cm) blieben ihm nicht verborgen. Ständig blitzten irgendwo Augen auf, Tiere rannten über die Straße oder versteckten sich in den Bäumen und Palmen. Ich empfand das Ganze als Aufregend, Nachts im Dschungel, die Geräusche der Tiere und dem Gefühl, das man nicht weiß wann, wo und wie das nächste Tier auftaucht, das in dem Moment hunderte von Augen auf dich gerichtet sind und man dazu noch auf dem Dach eines Jeeps hockt, während Schlangen über den Köpfen in Bäumen ihren Schlaf finden…

Taman Negara - Nachtsafari

Taman Negara – Nachtsafari

Da es Christine am nächsten Morgen immer schlechter ging, beschlossen wir in die Nächste Stadt zu fahren, damit sie sich dort erholen konnte. Während ich sie noch bis 12 Uhr (Check out) schliefen lies, machte ich mich auf den Weg, noch mehr vom Dschungel zu sehen. Da ich allerdings nur 2 ½ Stunden dafür zur Verfügung hatte musste ich Gas geben.

Mit dem Boot ging es über einen Fluss zum Nationalpark. Ich rannte förmlich in den dichten Wald um so viel wie nur möglich vom Dschungel sehen zu können. Dies erwies sich aber als nicht sehr vorteilhaft, nachdem ich eine 2 Meter lange Schlange aufschreckte, die mein Weg kreuzte. Geschockt schaute ich die Schlange an, während mein Puls wohl nun auf 180 war. Ich ging langsam zurück, während sie „Gott sei Dank“ ihren Weg weiter fortsetzte. Puh da hatte ich noch mal Glück gehabt 😉

Taman Negara - Lichtung

Taman Negara – Lichtung

Mittlerweile war ich Schweiß nass und zu meinem Übel wusste ich auch nicht mehr wo ich war bzw. wo es zurück ging!? Mir schien es, als ob ich im Kreis gelaufen wäre. Nach dem ich einen anderen „Weg“ nahm, merkte ich, das ich anfing zu sinken, ich war auf Treibsand gestoßen!! Ich versuchte mich an einer Palme festzuhalten doch zu meinem weiteren Glück hatte sie Stacheln und ich riss mir meine Hand auf. In dem Moment bereute ich mein Vorhaben und fragte mich wie bescheuert ich eigentlich sein konnte, alleine durch den Dschungel zu gehen!? Ich blickte auf die Uhr, 11 Uhr. Shit in 1 Stunde musste ich zurück sein! Ich rannte weiter und stieß, nach gefühlten 3 Stunden umherirren, endlich auf Menschen, die mich über mein Standort aufklärten.

Taman Negara - Bäume

Taman Negara – Bäume

Auf meinem Weg zurück überquerte ich eine über 200 Meter lange und 60 Meter hohe Seilbrücke, die es mir ermöglichte, nahezu über den Bäumen des Dschungels zu baumeln. Mit genug Adrenalin im Blut ging es dann mit einem Sprint, klatsch nass zurück zu den Booten und dann zu unserem Hotel. Ich hatte es geschafft, Punkt 12 Uhr stand ich vor der Tür. Gute Arbeit 😉

Taman Negara - Luftbrücke

Taman Negara – Luftbrücke

Für mich war die Dschungelzeit sehr Aufregend, auch wenn ich hier noch länger geblieben wäre. Ich sah viele Tiere und Pflanzen in der freien wilden Natur, die ich sonst wohl so nie gesehen hätte. Es waren viele verschiedene wirklich schöne Vogelarten dabei, Riesen Ameisen (2cm), bunte Schmetterlinge, Schlangen, Affen, Wildschweine, Frösche, Fledermäuse, Tigerkatzen, Otter,… sowie erstaunliche Pflanzen. Erst hier wurde mir klar, wie sehr ich es genoss, Adrenalin zu tanken.

Hier sieht man noch ein kleines Video von Christop Pfaff über die Brücke 😉