Tauchschein in Koh Tao und der Kampf mit dem Hai

Das kleine aber dennoch weltweit bekannte Tauch- und Schnorchelmekka Ko Tao erhebt sich auf ein paar Korallenriffen wie eine Schildkröte, die ein Sonnenbad nimmt, deshalb auch der Name Tao (Schildkröte). Hier auf dieser Insel, die von Palmen gesäumte Strände, meist warmes, wunderbares zum Faulenzen geeignetes Wetter und ein glitzerndes hellblaues Meer hat, machten wir unseren Open Water Tauchschein.

Der erste Tag begann perfekt. Wir erholten uns von der fast 12 Stündigen Fahrt am blauen Strand und genossen das rauschen des Meeres während uns die Sonne mit ihren Strahlen verwöhnte und der Anblick mit ein Stück Paradies trumpfte. Innerhalb 2 Stunden waren wir braun gebräunt, wie man es in Deutschland vergleichbar sucht.

Koh Tao - Strand

Koh Tao – Strand

Abends gingen wir am Strand spazieren und schauten uns das Partyleben hier auf Ko Tao an, wo man mit Feuershows bei guter Laune gehalten wurde.

 

Unser Open Water Tauchschein machten wir bei der deutschsprachigen Marlene (marlene.jordan@hotmail.co.uk) in der Coral Grand Tauchschule. Insgesamt kostete uns dies 200€. In dem Preis enthalten war hier die Fahrt von Bangkok nach Ko Tao, Tauchschein, Unterkunft und Verpflegung auf dem Boot (bei Tauchgängen).

Koh Tao - Unser Hotel

Koh Tao – Unser Hotel

In unseren ersten Nacht bekamen wir ein ungebetenen Gast, eine Maus, die sich in einem Zwischenboden versteckt hatte. Da ich noch Süßigkeiten und ein Riegel für unterwegs hatte, biss sich die Maus ein Loch in mein Rucksack und bediente sich gemütlich an meinem Büfett. Als ich die Geräusche wahr nahm, verscheuchte ich sie wieder zurück in ihr Loch und stopfte es mit einem Handtuch aus, Christine sagte ich davon aber mal lieber nichts 😉

 

Unser Tauchschein hatte folgendes Programm:

Tag 1: Klärten wir alles Organisatorische, Gesundheitscheck, bekamen unsere Bücher und mussten selbstständig zwei Kapitel anhand von 2 Videos erarbeiten.

Tag 2: Lernten wir, wie man eine Sauerstoffflasche richtig anschließt und wie man die Tauchausrüstung korrekt anzieht und kontrolliert. Außerdem machen wir unsere ersten Taucherfahrungen im Pool, wo wir alle wichtigen Aufgaben lernten, die für das Überleben im Meerwasser relevant sind.

Tag 3: Mit ein wenig Bammel machten wir uns mittags mit einem Boot Richtung Meer auf. Unser erster Tauchgang auf 12 Meter tiefe sollte uns zeigen ob wir alles verstanden hatten, was wir an den Tagen zuvor gelernt hatten. Zur Belohnung gab es ein Anblick den wir so noch nie gesehen hatten. Riesen Korallen mit bunten Gesteinen, Lichtstrahlen die bis in die Tiefe des Meeresgrundes drangen und durch unsere Luftblasen der Sauerstoffflaschen gebrochen wurden. Fische und Pflanzen in allen Variationen und Farben. Schwerelos wie wir uns fühlten waren wir hier wortwörtlich in eine für uns bisher unbekannten Welt eingetaucht, die man mit Bildernaus dem Internet nicht vergleichen konnte. Marlene unsere Tauchlehrerin (Instructor) machte mit uns einige Übungen, die wir bereits im Pool schon einige male geübt hatten. Wir setzten unter Salzwasser unsere

Taucherbrillen aus und wieder an spielten verschiedene Situationen durch, wie wenn man z.B. kein Sauerstoff hat und bei seinem Buddy (in meinem Fall mein Tauchpartner Christine) Sauerstoff anfordert oder wie man bei Gefahr richtige Auftaucht. Die Aufgabe mit dem „kein Sauerstoff haben“ hat mich schon sehr imponiert. Es war ein komisches Gefühl unter Wasser, in einer anderen Welt zu sein und dort von einer Person abhängig zu sein, der du dein Leben anvertrauen musst. Ich empfand es als aufregend gemeinsam mit Christine von einer Sauerstoffflasche zu atmen und so aus der Tiefe nach oben in die vertraute Welt zu tauchen.

Tag 4: An diesem Tag folgte zwei weitere Tauchgänge, diesmal allerdings in 18 Meter Tiefe. Ich hatte ein wenig Angst, da meine Ohren noch vom Vortag komplett zu waren, ich Probleme mit dem Druckausgleich hatte (ein Druck wie man ihn in den Bergen hat, bloß intensiver) und dadurch immer beim auftauchen Blut spuckte. Ich betete das meine Konzentration und mein Körper mir bei meinem Tauchschein am letzten Tag kein Strich durch die Rechnung machen würden. Doch wir hatten es geschafft! Gemeinsam befanden wir uns auf 18 Meter tiefe und machten dort noch einmal Aufgaben, die für den Open Water Tauchschein relevant waren. Als wir uns nach einer Weile wieder auf den Rückweg zur Oberfläche machten kam uns ein Hai entgegen, der mich angegriffen hatte und mein Fuß abbeißen wollte, jaaa ihr habt richtig gehört. Es war ein Kampf ums überleben. Ich musste ja auch Christine von diesem Hai beschützen also währte ich mit meinen Flossen ihn ab. Na ja wenn wir auf den Boden der Tatsachen bleiben war es nicht ganz so schlimm, denn dieser Hai war eigentlich nur ca 30 cm lang und hatte das Bedürfnis sich an den Klamotten festzusaugen (quasi nur spielen, das machen die immer), somit ist dieser Hai völlig ungefährlich gewesen ABER das konnte ich ja nicht wissen, erst als wir wieder zurück auf dem Boot waren klärte uns unsere Tauchlehrerin auf. Ein kleiner Schock war trotzdem vorhanden auch wenn Christine das nicht verstand und sich lustig darüber gemacht hatte, aber sie musste ja auch nicht mit ihm kämpfen 😉

Zurück in unserem Ressort meisterten wir erfolgreich unsere schriftlichen Prüfung. Wir waren erschöpft doch endlich stolz die Bescheinigung für unseren Open Water Tauchschein in unseren Händen zu halten. Das musste Abends bei einer Shisha und einem Bucket Vodka Energy mit einer Feuershow gefeiert werden! 😉